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Artikel aus der "Rundschau Garbsen" vom 02.06.2010

Labore fürchten Billiganbieter

Sozialgericht hält Einzelverträge der AOK mit Dentaltrade für rechtswidrig

 

REGION (hb). Auch Dentallabore in der Region Hannover leiden zunehmend unter der Konkurrenz von günstigem Zahnersatz aus Niedriglohnländern.

Handelsgesellschaften mit Produktionssitz in China arbeiten dabei mit Krankenkassen zusammen. Die Innung der Zahntechniker fürchtet, dass ihren Mitgliedsbetrieben die wirtschaftliche Grundlage entzogen wird.

In einem Fall, der Kooperation von AOK Niedersachsen und der Firma Dentaltrade hatte es bereits am 21. April ein Urteil des Sozialgerichts Hannover gegeben, über das die Innung vergangene Woche informierte. Die AOK Niedersachsen hatte ihren Versicherten empfohlen, auf Zahnersatz von bestimmten Billig-Anbietern zu drängen und dafür Einzelverträge mit Firmen wie Dentaltrade in Bremen abgeschlossen. Der Vorteil des Patienten sollte darin bestehen, dass sich seine Zuzahlung bei Zahnersatz drastisch verringert. Die Mitglieder der Niedersächsischen Zahntechniker-Innung (NZI) sahen darin einen Rechtsverstoß gegen das Sozialgesetzbuch und einen Wettbewerbsnachteil für Labore, die deutsche Herstellungsqualität liefern.

Das Sozialgericht stellte fest, dass die AOK nicht befugt war, mit Dentaltrade „Vereinbarungen zur Umsetzung des Informationsrechtes über preisgünstigere Versorgungsmöglichkeiten abzuschließen". Die AOK will das Urteil akzeptieren und verwies darauf, dass ohnehin nur in geringem Umfang von diesem Angebot an Versicherte gebrauch gemacht worden sei.

Die Firma Dentaltrade, die Labore in China und der Türkei unterhält, will gegen die Gerichtsentscheidung Berufung einlegen, teilte deren PR-Managerin Claudia Schallenberg mit. Damit sei das Urteil gegen Einzelvereinbarungen zwischen AOK und Dentraltrade noch nicht rechtswirksam. Nach Meinung der Firma werde die Wahlfreiheit von Patienten beim Zahnersatz eingeschränkt.

Bei dem Pressegespräch der NZI hatte sich auch die PR-Managerin der Firma zunächst unter falschem Namen als Journalistin ausgegeben und bei den Pressevertretern Platz genommen. Da die Innung überhaupt keine freie Journalisten eingeladen hatte, flog die Masche auf. Diese zeige nach Aussage des Innungsjustiziars Rechtsanwalt Bernhard Wedler, mit welch harten Bandagen in der Branche gekämpft werde.

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